Meine Rede bei der Kandidatenvorstellung
Meine sehr verehrten Damen und Herren,
liebe Bürgerinnen und Bürger,
ich begrüße Sie alle ganz herzlich.
Es ist schön, dass Sie so zahlreich zu dieser Veranstaltung gekommen sind. Ich habe gesehen, dass Menschen aus Immenhausen, Jettenburg, Kusterdingen, Mähringen und Wankheim – also aus allen Teilorten – da sind.
Ich begrüße Herrn Bürgermeister Dr. Soltau, meine Kolleginnen und Kollegen aus den Ortschaftsräten und dem Gemeinderat, die Beschäftigten der Gemeinde sowie die Vertreterinnen und Vertreter der Presse, der Vereine und alle, die sich in vielfältiger Weise für unsere Gemeinde engagieren.
Kurz zu mir: Ich bin 35 Jahre alt, verheiratet und Vater von zwei Kindern. Wir wohnen seit 8 Jahren in Wankheim und fühlen uns hier wohl.
Ich freue mich, dass sich mit mir fünf Bewerber für das Amt des zukünftigen Bürgermeisters unserer Gemeinde gefunden haben.
Kommunalpolitik lebt davon, dass Menschen sich einbringen –
das breite Bewerberfeld bringt Vielfalt,
hoffentlich bleibt das Engagement bei allen auch nach der Wahl hoch.
Mir ist wichtig, deutlich zu machen:
Mein Engagement hat nicht erst mit meiner Kandidatur begonnen.
Seit meiner Jugend setze ich mich bei der Feuerwehr, später auch bei der Kriminalpolizei, für das Gemeinwohl ein und übernehme seit einiger Zeit auch politisch Verantwortung für die Menschen, die hier wohnen.
Ich habe gemerkt:
Es gibt mir ein gutes Gefühl zu wissen,
dass ich etwas für andere tun kann.
Genau das ist meine Motivation.
Nicht ein Amt an sich –
sondern der Wunsch, Verantwortung zu übernehmen
und konkret etwas zu bewegen.
Seit fast zwei Jahren bin ich im Gemeinderat.
Und ich weiß, welche wichtigen Themen und Aufgaben wir haben.
Ich weiß auch, worauf ich mich einlasse.
Mein Vater war 25 Jahre Ortsbürgermeister im Westerwald.
Ich habe dieses Amt mit all seinen Herausforderungen bereits als Kind miterlebt.
Und ich habe gesehen, was es bedeutet, für eine Gemeinde da zu sein.
Als Jugendlicher habe ich – wie viele – meine Grenzen ausgetestet.
Da hieß es schnell: „Nur weil du der Sohn vom Bürgermeister bist …“
Meine Kinder kann ich darauf gut vorbereiten.
Ich habe daher früh verstanden:
Dieses Amt betrifft nicht nur die Person –
sondern auch die Familie.
Deshalb bin ich sehr dankbar, dass meine Familie zu 100 Prozent hinter mir steht.
Ich werde oft gefragt, warum ich kandidiere.
Ich habe einen sehr interessanten Beruf, der mich fordert und erfüllt.
Zu meinen Aufgaben gehört das, was man sonntagabends im Tatort sieht – nur dass wir nicht nach 90 Minuten fertig sind.
Ich bin also in einer guten Position.
Ich müsste eigentlich nichts verändern.
Gleichzeitig möchte ich aber als zukünftiger Bürgermeister anpacken und etwas bewegen.
Ich möchte Taktgeber und Motor sein –
aber genauso Brückenbauer und Möglichmacher.
Viele gute Ideen entstehen nicht nur im Rathaus –
sondern auch bei Ihnen.
Meine Aufgabe ist es, diese Ideen aufzunehmen
und gemeinsam umzusetzen.
Im Gemeinderat habe ich Anträge nie als starre Forderungen verstanden –
sondern als Impulse.
Es geht nicht darum, dass sich eine Meinung durchsetzt –
sondern dass am Ende eine gute Lösung entsteht,
die von vielen getragen wird.
Diese Haltung möchte ich auch als Bürgermeister einbringen.
Ich werde oft gefragt: Haben Sie Führungserfahrung?
Ja.
Ich führe regelmäßig in Einsätzen –
in Situationen, in denen es schnell gehen muss
und Entscheidungen zählen.
Und ich habe gelernt:
Führung beginnt nicht mit Anweisungen –
sondern mit dem eigenen Verhalten.
Wer führen will, muss mit gutem Beispiel vorangehen.
Ich bringe aus meiner Arbeit bei der Kriminalpolizei noch etwas mit:
analytisches Denken.
Ich arbeite täglich mit neuen, komplexen Situationen,
wäge ab und treffe Entscheidungen.
Und mir ist wichtig:
Diese Entscheidungen müssen nachvollziehbar sein.
Gleichzeitig wechsle ich immer die Perspektiven.
Wenn wir über Inhalte sprechen, stellen wir fest:
Im Grunde wollen alle Kandidaten das Gleiche.
Gute Kinderbetreuung und Schulen.
Solide Finanzen.
Eine funktionierende Verwaltung.
Starke Vereine.
Und vieles mehr.
Die Frage ist nicht das Ziel –
sondern der Weg dorthin. Und genau hier sehe ich meine Stärke:
analysieren, abwägen, gemeinsam entscheiden –
und dann umsetzen.
Ein Thema liegt mir besonders am Herzen:
die Kinderbetreuung.
Sie ist mehr als nur Betreuung –
sie ist Chancengerechtigkeit, Teilhabe und Infrastruktur.
Jedes Kind ist ein Juwel. Eltern sind selbst benötigte Fachkräfte.
Und es ist unsere Aufgabe, die Bedingungen zu schaffen,
damit sich Potenziale entfalten können.
Ich habe in meiner Arbeit erlebt,
was passiert, wenn Kindern Aufmerksamkeit fehlt.
Den damals 3-jährigen Jungen werde ich nicht vergessen, so alt wie meine älteste Tochter, den ich im Rahmen einer Durchsuchung kennenlernte, der den ganzen Tag vor dem Laptop mit Filmen geparkt wurde. Der mir an den Lippen hing, als ich mich mit ihm beschäftigte und ihm vorlas. Er war nicht auf den Kopf gefallen, aber ihm fehlte Unterstützung.
Gleichzeitig sehe ich, was möglich ist,
wenn Kinder die richtige Unterstützung bekommen.
Deshalb brauchen wir:
gute Bedingungen für Kinder,
gute Bedingungen für Fachkräfte
und Verlässlichkeit für Familien.
Genauso wichtig ist eine funktionierende Verwaltung. Denn sie ist die Grundlage dafür,
dass gute Ideen auch tatsächlich umgesetzt werden.
Wenn ein Team gut zusammenarbeitet,
wenn die Atmosphäre stimmt,
dann steigt auch die Leistungsfähigkeit.
Genau das will ich im Rathaus fördern. Damit noch mehr möglich wird.
Als Bürgermeister sehe ich mich auch als Fürsorger für die Beschäftigten unserer Gemeinde.
Jemand, der sich darum kümmert,
dass die Menschen, die täglich für unsere Gemeinde arbeiten,
gute Bedingungen haben und ihre Arbeit gerne machen.
Eins soll hier klar werden:
Sie wählen mit mir jemanden,
der Verantwortung nicht nur in Zahlen und Geld denkt –
sondern in Menschen.
Denn am Ende kann man viel über Finanzen, ausgeglichene Haushalte und solide Zahlen sprechen –
aber das Wertvollste, was wir haben, sind die Menschen,
die hier leben. Egal, woher sie kommen oder wer sie sind.
die hier arbeiten.
die sich einbringen.
Das ist unser größtes Kapital.
Und dafür möchte ich mich einsetzen.
Ein weiterer wichtiger Pfeiler sind unsere Vereine.
Sie sind das Rückgrat unserer Gemeinschaft.
Hier entsteht Zusammenhalt, Identität.
Hier werden Werte vermittelt und gelebt.
Das müssen wir erhalten und fördern.
Ich habe in meinem Beruf viele Menschen kennengelernt –
auch in sehr schwierigen Situationen.
Das hat mir Menschenkenntnis, Feingefühl
und ein Verständnis dafür gegeben, was Menschen bewegt.
Am Ende geht es nicht um die schönsten Worte.
Sondern um Taten.
Ich habe mich bereits eingesetzt –
beispielsweise für den Erhalt der Kastanien in Wankheim,
für eine sachliche Diskussion zur Windkraft,
für das Ratsinformationssystem
und für bessere Planbarkeit für Familien.
Ich möchte nicht alles aufzählen, aber ich wünsche mir, dass Sie uns Kandidaten genau daran messen –
und daran dürfen Sie auch mich messen.
Wenn Sie einen Bürgermeister wollen,
der zuhört,
der verbindet
und der Dinge wirklich voranbringt –
dann stimmen Sie bitte für mich.
Und im Zweifel halten Sie es wie Manfred Rommel, ehemaliger Bürgermeister von Stuttgart, es empfohlen hat:
„Wenn Sie nicht wissen, wen Sie wählen sollen – wählen Sie mich.“
Vielen Dank